Immer her damit!
24. Januar ca. 05 Uhr
Ich liebe Geschenke! Eher die kleinen, liebevollen, ohne besonderen Termin im Kalender … Und ich erfreue mich besonders daran, wenn sie zu mir passen, einen Teil meiner Persönlichkeit widerspiegeln und mir zeigen, dass ich von anderen Menschen – Freunden – mit allen meinen Seiten wahrgenommen werde. Heute wieder war so ein Tag. Ich fand im meinen Postfach einen Lizenzschlüssel für eines der kreativsten Programme, das mir seid langem unter die Augen gekommen ist: “WriteRoom” … Ich bin ein Mensch – und ich zitiere den Satz aus einem anderen Blog – der dauernd scannt und sich schwer damit tut, sich auf etwas zu fixieren. Das geht mir oft beim Schreiben so – und ich möchte so gern wieder schreiben, ja! Dieses Programm könnte von mir persönlich in Auftrag gegeben worden sein, und gerade jetzt tippe ich endlich grüne Zeilen in den tiefen, schwarzen Hintergrund der Benutzeroberfläche. Ich bin in Gedanken tief darin verfangen und nicht von RSS-Feed Updates und neuen eMails abgelenkt, wie es sonst immer der Fall war. Es ist schön, dass Menschen an mich glauben, mich unterstützen und meine Gedanken lesen können. Gerade wo es um das Schreiben geht, fühlt sich diese Zuwendung wirklich ungemein gut an.
Das bringt mich dazu, doch mal darüber nachzudenken, was überhaupt meine letzten Geschenke waren, die ich – einfach so – bekommen habe. Zeit also, zu überlegen was sie über mich erzählen … was denn andere, mir nahe stehende Menschen so über mich zu erzählen hätten.
Zum Einen war es vor ein paar Tagen ein Skull-Anhänger einer Künstlerin aus dem Museum of Fine Arts in San Francisco und im Weiteren eine kleine, verrückte Pillendose und exotische Lesezeichen aus dem MoMA in New York. Dazu gab es erst kürzlich eine ganze Schachtel voller altem Silberschmuck und, unvergessen, man legte das Leben eines kleinen, feefarbenen Schlappohr-Kaninchens in meine Hände. Seine Zukunft war eigentlich entschieden, doch ich war schneller und gab ihm einen Namen … er durfte am Leben bleiben. Und unter uns, ich glaube er mag mich jetzt sogar richtig gern, wenn wir so miteinander flirten *g
Wer mich jetzt kennt, wird wohl unweigerlich lachen und mit einem “Passt!” signieren … Ja, ich liebe solche Ketten und ausgefallenen Anhänger und schmelze dahin bei altem, liebevoll verschnörkeltem Schmuck. Aber niemals würde ich Gold tragen – das wissen die wenigsten – aber man könnte es bemerken, wenn man mich öfters einmal beachtet. Und ja, ich bin die stolze Besitzerin einer eigenen Apotheke. “Sie haben Rückenschmerzen? Migräne? Na, ich habe da was für sie!” Ich lese schrecklich gern und habe niemals etwas zur Hand um mir die Seiten zu markieren – So liegen in meiner Wohnung in der Regel also dutzende aufgeschlagene Bücher herum. Wie erwähnt, möchte ich auch endlich wieder mehr Schreiben .. Und, ich liebe kleine graue Kaninchen mit furchtbar putzigen Hängeohren …
Ich denke, wenn ich mir anschaue wie die Dinge so liegen … ja! – es gibt Menschen, die mich wirklich als das sehen, was ich wirklich bin und mich auch gern so sehen wollen, wie ich selbst gern wäre. Menschen, die an mich glauben, mich unterstützen und mir immer mal wieder zeigen, dass ich tatsächlich mit allen meinen Seiten wahrgenommen werde und sie nicht verstecken brauche. Dankeschön!
Und vielleicht widmet «ihr» einmal die folgenden Augenblicke und denkt über die Aufmerksamkeiten nach, die euch in den letzter Zeit beschert wurden .. vielleicht erzählen sie ähnliche Geschichten?! Ich wünsche es euch jedenfalls!
Oder besser noch, wendet euch in Gedanken mal einem Menschen zu, der euch nahe steht und verschenkt wieder ein Kleinigkeit … So ganz ohne den Kalender im Rücken. Heute wäre sicher ein perfekter Tag dafür!
25. Januar 2008 um 01:27 Uhr
Dann erzähl’ ich mal von gestern. Meine Patentochter hat nächste Woche Geburtstag. Vorgestern ließ ich ihr mitteilen, sie würde dieses Jahr kein Geschenk bekommen. Sie solle aber Mittwoch (da sehen wir uns meistens) Geld mitbringen, da ich ihr etwas verkaufen würde (sie wird 8). Denn was braucht ein zartes kleines achtjähriges Mädchen unbedingt? Natürlich ein schweizer Taschenmesser (Bei uns zerschneiden Messer die Freundschaft, daher wird immer symbolisch Geld bezahlt). In einen kleinen (20×10x10cm) royalblauen nordafrikanischen (sic!) Schuhkarton (Größe 22) mit der Aufschrift “SPORT” packte ich: Balistol Waffenöl 50ml Flasche, kleines Schärfgerät (Keramik + Stahl für V-Profil), amerikanische Alkohol Reinigungstücher, Wattestäbchen, Wattestäbchen lang (12cm), Baumwolltücher (5×5cm), ca.10 Pfeifenreiniger, eine Fangschnur (orig. Bo Hilleberg Spannleine!) + Weblink zu Beispielen mit bunten lanyard cords an schweizer Taschenmessern, Umschlag mit zwei Karten (Klappkarte alte römische Bäder + Gemälde/Vatikan), Messer (Victorinox Huntsman, m. Schere und Säge); Das ganze in Papier und ca. 38 üppige Bänder drumherum.
Als ich dann gestern bei ihrem Vater auftauchte kam mir die Kleine 1 1/2 Stockwerke entgegen, sprang mir auf den Arm – und die Verhandlungen über die Höhe der Bezahlung begannen. Sie hat mir auch etwas geschenkt an diesem Abend. Eine Postkarte. Auf der einen Seite hatte sie zwei Rosen gemalt. Auf der anderen Seite klebte ein Photo von ihr und in bunten Buchstaben: “Lieber Bjoern ich Bin froh das es Dech Gebt und ich Hofe das Du und Deine Freudin ein Schönes Gutes jahr Deine” ***.
Perfect day.
25. Januar 2008 um 01:49 Uhr
Ach, wie mir das gefällt Bjoern :) Niedlich … auch wenn ich das mit dem Messer und der Bezahlung im ersten Moment etwas – sagen wir “interessant” – fand. Aber ich wußte ja nicht, dass Messergeschenke die Freundschaft zerschneiden :) Gut zu wissen, wieder etwas gelernt!
Ich habe auch meine Tag verwendet und mir ein paar Adressaten ausgesucht … aber “wer” – darf ich nicht verraten :) Ich schreibe dann wenn die Messer verkauft sind ;)
Schlaf gut Bjoern!
Liebe Grüsse
Janice
25. Januar 2008 um 09:33 Uhr
Hi Janice,
was für ein schöner Beitrag. So erfährt man wieder etwas über dich. Und das Kaninchen möchte man am liebsten gleich knuddeln. :-)
Ich bekomme eigentlich nicht mehr sehr oft Geschenke, außerhalb von Weihnachten und Geburtstagen seit meine Mutter nicht mehr lebt. Sie hat mir immer irgendwas mitgebracht. Allerdings war ich gestern mit einer lieben Bekannten, die ich vor zwei Jahren in einem VHS-Schreibkurs kennengelernt habe, in einem Café. Wir treffen uns regelmäßig. Sie hat mich gestern eingeladen, weil sie sich Sorgen um mich macht und weil sie sich einfach gern mit mir trifft. Das war für mich ein sehr schönes Geschenk.
Und mein Schatz hat mir Anfang der Woche 20 Tulpen mitgebracht. Ach, ich liebe Tulpen und am liebsten ganz viele auf einmal. Und das weiß er offenbar. :-)
Hey, ich bekomme ja doch Geschenke. :-)
Ich hatte mal einen Bekannten, der hat bei Ebay immer Bücher ersteigert. Manchmal hatte er sie doppelt und die hat er mir dann als Geschenk mitgebracht. Da habe ich mich immer sehr drüber gefreut. Weil, wer mich kennt, weiß, dass Bücher für mich immer tolle Geschenke sind. Natürlich nicht jedes Buch, es muss schon zu mir passen, aber dann… also ein Geburtstag oder Weihnachten ohne ein einziges Buch, egal wie toll das Geschenk sonst ist, ist nur halb so schön. Selbst wenn du mir zum Geburtstag ein neues Auto vor die Türe stellen würdest… ich wäre enttäuscht, wenn nicht wenigstens 1 Buch darin wäre. Schenkst du mir dagegen eine Kiste voller Bücher ohne Auto, dann ist der Tag gerettet. *smile*
Dieser Bekannte hat sich leider aufgrund von Depressionen ganz zurückgezogen. *seufz* Bin nicht mehr an ihn herangekommen. Ich weiß, dass es nichts mit mir zu tun hat, sondern nur mit seinen Depressionen. Habe nun schon seit fast einem Jahr keinen Kontakt mehr zu ihm.
Er hatte mir mal ein wunderschönes Buch geschenkt. “Der Weg des Schreibens – Durch Schreiben zu sich selbst finden” von Natalie Goldberg. Es war nicht neu, ersteigert halt, aber es ist toll. Und jedes Mal, wenn ich es in die Hand nehme, denke ich an ihn und frage mich, wie es ihm geht. Vielleicht sollte ich ihm einfach mal eine schöne Karte schicken. Einfach so. Ich weiß, er würde sich freuen, selbst wenn er nicht antwortet.
Vielen Dank für die Anregung, Janice.
Liebe Grüße,
Martina
25. Januar 2008 um 19:10 Uhr
Ich habe heute einen Kieselstein geschenkt bekommen und mich riesig darüber gefreut!
Ein mittelgroßer Stein, eigenartig verdreckt mit schwarzen Streifen und ein wenig silbrigem Metall. ?! Er erinnerte mich sofort an die, die vor unserem Haus liegen. Wo mein Auto drüber parkt.
Der Stein nämlich befand sich unter meinem Auto, auf der Lenkdämpfung, die einen hochstehendem Rand hat. Unter diesem Rand also, wie in einer Auffangrinne. Er war der Verursacher des intentiv-dumpf-lauten *KLACK!* beim Bremsen, als bräche irgendwo eine Stange – was mich beängstigte und mich morgen veranlasst hätte, die Werkstatt aufzusuchen.
Ein netter Herr, dessen Namen und Position ich hier nicht nennen möchte, meinte auf meinte Frage an ihn als Autokenner, was wohl die Klack-Ursache sein könne.
“Geben Sie mir doch mal Ihren Autoschlüssel.” :-) Sprachs, kehrte nach einer Stunde wieder, war mit dem Auto auf der Bühne gewesen, gleichzeitig noch mal kurz die Schrauben angezogen, und den Stein gefunden. Aus, Klack.
Er wollte nichts haben, doch ich habe ihm gern auch ein kleines Stein… äh… Scheingeschenk gemacht. Nein, ein Schein-Geschenk, so muss es heißen. In der Werkstatt hätten sie gewiss mal eben 2 Stunden gesucht, macht teuren Arbeitslohn + Material + Sonstwas.
Ich bin sehr dankbar für diese spontane und völlig unerwartete Hilfe. Sowas gibt es doch noch.
LG
Barbara
26. Januar 2008 um 03:20 Uhr
Liebe Martina …
Wie ich schon sagte: mir fehlt deine Adresse um dir ein Buch zu schicken :)
Aber ich kenne das – Bücher sind meine Welt … Bücher und Musik. Ich habe früher immer Kassetten der MD’s bekommen und dann kam irgendwann das Internet und digitale CD’s – damit wurde alles anders … dachte ich! Aber vor ein paar Wochen erreichte mich ein Paket mit Kassetten!! Wie früher .. persönlich überspielte Sachen! ach wie ich das genossen habe :)
Das mit dem Bekannten von dir hört sich nicht so toll an. Aber wenn du wissen magst was ich denke – du aber selbst weißt: Du solltest ihm wirklich eine Karte schicken!!!! Versetze dich mal in seine Situation! Er wird sich vielleicht darüber ärgern, dass er eure Freundschaft hat entgleiten lassen – und vielleicht traut er sich nicht mehr das zu revidieren (womöglich geht es ihm ja sogar besser?!)
Also, denke nicht soviel nach … schreib’ dir Karte oder lege ein gutes Buch über “Freundschaften” bei !!
LG
Janice
26. Januar 2008 um 03:27 Uhr
Danke für den Tipp liebe Barbara! Solltest mal das Auto hier hören, wenn wir morgens auf die Bremsen steigen … vielleicht ja auch ein Stein?!
Vor wenigen Wochen war die Autobatterie defekt und ich fragte auch einfach mal ganz lieb im Laden um die Ecke, ob sie da Rat hätten. Es war ach Weihnachten und der richtige Autohändler hatte Urlaub. Der junge Mann machte keine große Sache daraus, holte eine Batterie und mühte sich eine halbe Stunde damit herum sie einzubauen. Selbst das Kühlwasser? füllte er nach und fügte Frostschutzmittel zu … Gab uns Tipps und am Ende haben wir auch nur die Batterie bezahlt. Keine Frage, in der Werkstatt hätte das einiges mehr gekostet und wir hätten noch fast eine Woche warten müssen …
Ich lese zur Zeit oft solche Geschichten. Defekte Auto, die umsonst repariert werden – Fahrräder die aufgemöbelt werden usw. Scheinbar ist die Welt gar nicht so egoistisch und arrogant wie es immer heißt ;)
LG
Janice
PS: Was ist mit dem Stein? Kette darum und am Hals? :)
26. Januar 2008 um 09:56 Uhr
Liebe Janice,
der Stein, ja… Also, weggeworfen habe ich den nicht. Für Kette und Ohrringe wäre er etwas zu schwer, klein wie er ist. Mal sehen. Fotografiert habe ich ihn schon, für den Blog. ;-)
LG
Barbara
27. Januar 2008 um 09:25 Uhr
Habe eben deinen Eintrag im Blog gelesen … na, wenn das mal kein Silber ist!? Ich würde ihn aufs Amaturenbrett kleben!
LG
Janice